Häufig gestellte Fragen
Eine Massage ist mehr als eine blosse mechanische Einwirkung auf das Gewebe, denn die dadurch ausgelösten biochemischen und neuralen Mechanismen sind mindestens ebenso wichtig.
Dass Massagen in der Praxis äusserst wirksam sind, steht ausser Frage. Warum Massagen aber dazu in der Lage sind, den menschlichen Organismus tiefgreifend zu beeinflussen und dabei nicht nur für Entspannung zu sorgen, sondern auch handfeste medizinische Leiden zu lindern, ist nur wenigen Menschen wirklich bewusst.
Die grundlegendste direkteste Wirkkomponente, über die die Massage auf den Körper einwirkt, ist die mechanische Beanspruchung des Gewebes durch den Eingriff der Mausseurin. Den grössten Effekt hat die gezielte Verschiebung von Körperflüssigkeiten wie Blut durch die Druck-Sog-Wirkung infolge mässig druckvoller und streichender Massagebewegungen. Dabei kommt es unter anderem zu einer Flüssigkeitsverschiebung des Blutes in die kleinen arteriellen Gefässe. Dies führt zu einem lokalen Blutüberangebot, das den Stoffaustausch im Körper deutlich erleichtert.
Die mechanischen Prozesse in der Muskulatur stehen in enger Verbindung mit den biochemischen Prozessen, die durch die Griffe und Techniken der Masseurin getriggert werden. So kommt es durch den Massagedruck zu einer Reizung der Mastzellen, die darauf mit der Ausschüttung von Histamin und Heparin reagieren.
Die weitere Wirkkomponente betrifft die Reaktion des Nervensystems auf die Reizung des Gewebes. Nach der Ausübung des mechanischen Reizes erfolgt die Aufnahme und Weiterleitung über das zentrale Nervensystem, sodass lokale Reaktionen folgen. Dies betrifft vor allem die von sensiblen Nervenfasern unter der Haut sowie den davon abzweigenden Kollateralen getriggerten Axonreflexe, die etwa zu einer verbesserten Durchblutung der Haut und Unterhaut führen.
Verschiedenartige Massagetechniken greifen durch ihre Intensität in die sogenannte Regelkreise der Muskulatur ein. Diese Reize werden über die Muskelspindeln aufgenommen und rufen je nach Reizart unterschiedliche Reaktionen hervor. Die sogenannten dynamischen Rezeptoren reagieren in erster Linie auf schnelle und intensive mechanische Einwirkungen und führen zu einer Kontraktion der Muskulatur.